Ein Krankenhaus im Wandel der Zeit

Vom Städtischen Krankenhaus zum Klinikum Emden - Hans-Susemihl-Krankenhaus gemeinnützige GmbH

Zu unserem Namensgeber

Hans Susemihl

Hans Susemihl (05.06.1888 - 12.12.1972) war vor und nach dem zweiten Weltkrieg eine der herausragenden Persönlichkeiten in der Kommunalpolitik der Stadt Emden und stand in den wichtigen Aufbaujahren nach dem Kriege insgesamt 14 Jahre als Oberbürgermeister an der Spitze des Rates der Stadt.

Er hat sich für den Bau dieses Krankenhauses bereits 1946 eingesetzt und durch seine Mitwirkung bei der Standortentscheidung die spätere Erweiterung des Hauses ermöglicht. 1958 wurde Hans Susemihl für seine Verdienste um den Aufbau Emdens mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Zu unserer geschichtlichen und strukturellen Entwicklung

Klinikum

Das Emder Krankenhaus von 1861 mit dem Erweiterungsbau von 1898 ging nach einem Bombenangriff im Dezember 1943 in Flammen auf und wurde durch einen weiteren Angriff im September 1944 vollends zerstört.

In der Nähe von Aurich wurde eine Ersatzklinik für ganz Ostfriesland eingerichtet. Daneben wurde ein ehemaliges Wehrmachtslager in Tannenhausen zur Station für Tuberkulosekranke umfunktioniert.

1946/47 wurden die ersten Pläne für ein neues Krankenhaus geschmiedet. Zwischenzeitlich wurde ein provisorisches Krankenhaus eingerichtet, das aus einer Baracke auf einem Tiefbunker, ergänzt mit Wohnwagen der Eisenbahn für die Kranken, bestand.

Klinikum alt

Der erste Nachkriegsrat der Stadt Emden beschloss den Bau eines neuen Emder Krankenhauses und schrieb einen Architektenwettbewerb aus. Nachdem lange über die Standortfrage und die Finanzierung des neuen Krankenhauses debattiert wurde, konnte im Dezember 1951 endlich Richtfest gefeiert werden. Am 13. Mai 1953 wurde das Haus, das knapp 4,6 Millionen Mark kostete, eröffnet.

Mit 273 Planbetten erwies sich das Krankenhaus schon nach 8 Monaten als zu klein. Deshalb entstanden verschiedene Nebengebäude.

Luftbild Klinikum

Weil auch diese Maßnahmen nicht ausreichten, wurde nach vierjähriger Bauzeit im November 1979 ein umfangreicher Erweiterungsbau einschließlich der neugeschaffenen psychiatrischen Klinik bezogen. Insgesamt standen 590 Betten zur Verfügung. Mit der Inbetriebnahme des Neubaus begannen die umfassenden Umbau- und Sanierungsarbeiten im Altbau. Die Gesamtbaumaßnahme wurde im Jahr 1982 abgeschlossen. Zur Eröffnung im Januar 1983 wurde der Name "Hans-Susemihl-Krankenhaus" verliehen.

Im Jahr 1999 wurde das Krankenhaus vom städtischen Regiebetrieb in einen Eigenbetrieb umgewandelt. Dieser war jedoch weiterhin rechtlich unselbständig und nach wie vor Teil des städtischen Wirtschaftshaushaltes.

In den Jahren 2001 bis 2004 wurden mit finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen die Allgemeinstationen im Erweiterungsbau umgebaut und jedem Patientenzimmer eine Nasszelle mit Dusche und WC zugeordnet. In den Jahren 2003 / 2004 wurden zudem die drei Fahrstühle im Erweiterungsbau vollständig erneuert.

HSK 50 Jahre

Zur langfristigen wirtschaftlichen Existenzsicherung wurde zum 01.01.2005 der städtische Krankenhausbetrieb in die Rechtsform der gemeinnützigen GmbH überführt. Alleingesellschafter ist die Stadt Emden. Der neue Name "Klinikum Emden - Hans-Susemihl-Krankenhaus gGmbH" enthält neben dem bleibenden Bezug zu Hans Susemihl den prägnanten Begriff "Klinikum Emden", der die Ausrichtung zum modernen Gesundheitszentrum unterstreicht.

Im Jahr 2005 wurden mit der Sanierung und Erweiterung der Physiotherapie sowie dem Umbau der ehemaligen Frühgeborenenstation (für den Umzug der Leitung der Kinderklinik und der Kinderambulanz bzw. zur Einrichtung eines zentralen Schreibdienstes) zwei größere Bauprojekte realisiert. Des Weiteren entstand auf dem Platz vor dem Haupteingang ein Ärztehaus mit Praxen für Innere Medizin/Allgemeinmedizin, HNO-Heilkunde, Augenheilkunde, Onkologie, Logopädie und Ergotherapie.

2006 entstand durch die Ansiedlung einer neurochirurgischen Praxis in der ersten Etage ein neues Angebot im Klinikum Emden, das auch die Durchführung von Wirbelsäulenoperationen, insbesondere zur Behandlung von Bandscheibenvorfällen, ermöglichte. Seit 2007 ist ein zweiter Neurochirurg in der Praxis tätig. Gemeinsam mit der Praxis für Neurologie bilden sie ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ).

Klinikum Emden

Im Jahr 2007 wurde mit dem Umbau und der Erweiterung des zentralen Operationsbereichs ein universell nutzbares Operationszentrum mit insgesamt sechs OP-Sälen geschaffen, von denen zwei Operationsräume speziell für ambulante Eingriffe eingerichtet worden sind. Diese sind über einen separaten Zugang mit eigener Rezeption sowie Vor- und Nachbereitungsräumen als Ambulantes OP-Zentrum konzipiert.

Zur weiteren Verbesserung der Wirtschaftlichkeit bei gleichzeitiger Qualitätssicherung wurde im Jahr 2007 das Zentrallabor im Klinikum auf die Bioscientia - Institut für Medizinische Diagnostik GmbH, einem renommierten deutschlandweit tätigen Labordienstleister, übertragen. Aus den gleichen Gründen wurden ebenfalls im Jahr 2007 die Wirtschafts-, Versorgungs- und Technischen Dienste vom Klinikum auf die eigens gegründete KES Klinikum Emden - Service GmbH übertragen. Gegenstand und Zweck des Unternehmens ist die Versorgung des Klinikums Emden mit nicht-medizinischen Dienstleistungen. Die Servicegesellschaft umfasst bisher folgende Bereiche: Catering, Café, Gebäudereinigung, Wäscheversorgung, Bettenaufbereitung, Zentralsterilisation, Hol- und Bringedienste sowie Haus- und Betriebstechnik. Gesellschafter sind die Klinikum Emden gGmbH (51%) sowie die Schubert Dienstleistungen Hamburg GmbH & Co. KG (49%).

Heute hat das Klinikum Emden neun chefärztlich geführte Fachabteilungen und zwei Belegabteilungen mit insgesamt 371 Planbetten, davon 20 Plätze in der Tagesklinik Psychiatrie. Insgesamt kümmern sich etwa 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt und indirekt um das Wohl der Patientinnen und Patienten.