Startseite » Aktuelles » Aktuelle Meldungen

Donnerstag, 25. Februar 2010

Kinderklinik zieht positive Bilanz

Ansgar P. Wosnitza ab 1. März Chefarzt

Mit Wirkung zum 1. März 2010 wird die Leitungsstruktur der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an die aufstrebende Patientenentwicklung in den letzten beiden Jahren angepasst. Der Stellenplan wird um eine zweite Oberarztposition ergänzt. Mit dieser Erweiterung erhält die Kinderklinik die gleiche Organisati-onsstruktur wie die übrigen Kliniken im Klinikum Emden. Ansgar P. Wosnitza wird damit zum Chefarzt der Abteilung ernannt. „Der Aufsichtsrat der Klinikum Emden gGmbH würdigt mit dieser nominellen Verände-rung auch das erfolgreiche Engagement von Herrn Wosnitza zur Stärkung der Emder Kinderklinik“, so Ge-schäftsführer Ulrich Pomberg.
Der 43-jährige Mediziner hat seit April 2008 die Klinik als Leitender Arzt geführt. Er kam 2001 als Assis-tenzarzt nach Emden, wo er 2006  zum Funktionsoberarzt ernannt wurde. Zuvor war er in Kliniken auf Sylt, in Oldenburg, Berchtesgaden und Meppen tätig. Zugleich wird der bisherige Oberarzt, Dipl.-Med. Jens-Uwe Berger, zum Leitenden Oberarzt bestellt. Berger ist seit März 2008 als Kinderarzt im Klinikum Emden tätig. Er war vorher unter anderem Leitender Arzt an der Kinderklinik in Bernau (bei Berlin). Aufgrund langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet der Kinderepileptologie konnte er das Behandlungsspektrum der Kinderklinik in Emden optimal ergänzen und möchte es in der Klinik weiterentwickeln.
Ansgar P. Wosnitza sieht die Emder Klinik für Kinder- und Jugendmedizin „für die Zukunft bestens gerüs-tet“. Gemeinsam mit einem motivierten Team ist ihm sehr daran gelegen, ein ganzheitliches Konzept umzu-setzen, das neben den guten medizinischen Leistungen auch eine kindgerechte Atmosphäre bietet. Beson-ders hob Ansgar P. Wosnitza die große Unterstützung durch den Förderverein „Sterntaler“ und die AKuK-Gruppe des Kinderschutzbundes hervor. Durch die ehrenamtliche Arbeit und durch viele Spendengelder von Unternehmen, Vereinen und Bürgern seien insbesondere medizinisch-technische Geräte und Spielma-terial angeschafft sowie die Räumlichkeiten kindgerecht umgestaltet worden.
Die hervorragende Akzeptanz der Kinderklinik in der Bevölkerung Ostfrieslands lässt sich nach Auskunft von Geschäftsführer Ulrich Pomberg auch in Zahlen ablesen: „In den letzten zwei Jahren konnte die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin eine Zuwachsrate von 14,5 Prozent verzeichnen“, so Pomberg. 2007 wur-den im Klinikum Emden nach seiner Auskunft 1345 Kinder behandelt, im vergangenen Jahr waren es be-reits 1540 junge Patienten.
 „Neben der Weiterentwicklung der kinderfreundlichen und kindgerechten Atmosphäre mit neuem Farbkon-zept als „MARA!-Regenbogenstation“ und Jugendraum konnten wir auch unser Leistungsspektrum weiter ausbauen“, freut sich Ansgar P. Wosnitza. Insbesondere hob er die hervorragenden Diagnosemöglichkeiten bei chronischen Bauchschmerzen hervor. Seit dem Erwerb der Zusatzbezeichnung Ernährungsmedizin im Frühjahr 2008 hat er sich vermehrt diesem weitreichenden Gebiet gewidmet. „Chronische Bauchschmerzen sind bei Kindern häufig eine diagnostische Herausforderung, da die Ursachen sehr vielfältig sind. Neben den fast schon alltäglichen Beschwerden im Rahmen von Magen-Darm-Infektionen und Blinddarmentzün-dungen sind zunehmend Nahrungsmittelallergien und –unverträglichkeiten ursächlich für anhaltende Be-schwerden, die dann Diäten oder sogar häufigen Schulausfall nach sich ziehen“, erklärte der 43-Jährige. Im Klinikum biete man nunmehr umfassende diagnostische Maßnahmen an, um  Diagnosen  stellen und ggf. die notwendigen Behandlungs- und Therapiemaßnahmen einleiten zu können.
So kann bei diesen Patienten eine weitreichende Allergiediagnostik neben der Blutuntersuchung im Klini-kum durchgeführt werden; unter optimaler Vorbereitung wird im Rahmen der stationären oder vorstationä-ren Abklärung  ein Zuckerbelastungstest/Atemtest durchgeführt.  Hierbei wird geprüft, ob einzelne Zucker (Milch-, Fruchtzucker) verstoffwechselt werden können. Bei chronischer Verstopfung kann nach Durchfüh-rung der Untersuchungsmaßnahmen im Rahmen des Stuhltrainings dauerhafte Beschwerdebesserung eingeleitet werden.  Profitiert hat die Abteilung von der Anschaffung des neuen Ultraschallgerätes im Rah-men des Sono-Konzeptes des Klinikums. Und neu angeschafft werden solle jetzt zur weiteren Ergänzung ein so genanntes pH-Metrie-Gerät, wodurch die Refluxkrankheit diagnostiziert werden kann. 
 „Steht die richtige Diagnose fest, wird  ein Behandlungs- und Therapieplan erstellt“, so Wosnitza, damit zu Hause die Maßnahmen dann fortgeführt werden können. Im Zusammenhang mit nötigen weiteren Untersu-chungen lobte er zudem die hervorragende Zusammenarbeit mit der Gastroenterologie, die auch bei Kin-dern Magen- und Darmspiegelungen durchführt. Intensiviert werden konnte die Versorgung der krebskran-ken Kinder im Rahmen des Verbundes pädiatrische Onkologie Weser-Ems. Damit kann die Versorgung zum Teil in Emden erfolgen und den Kindern werden häufige Fahrten erspart.
Abgerundet werden soll das Angebot durch Erweiterung der Erstversorgung von Kindern mit Diabetes melli-tus. „Spätestens ab Herbst 2010 soll in der Emder Klinik im Rahmen der Ersteinstellung auch wieder ein Schulungsprogramm angeboten werden“, ergänzt Dipl.- Med. Jens-Uwe Berger. Dazu wird derzeit ein Kompetenzteam zusammengestellt, das dann die Kinder in Emden optimal bis zur Entlassung in die ambu-lante Versorgung durch die niedergelassenen Ärzte betreuen kann. In diesem Zusammenhang wiesen Ber-ger und Wosnitza auf die sehr gute Zusammenarbeit mit den Niedergelassenen hin.