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Klinikum setzt auf Wärmecontracting
Stadtwerke Emden als Vertragspartner investieren mehr als zwei Millionen Euro in neue Anlagen
Das Klinikum Emden hat seine Wärmeversorgung saniert – ohne selbst einen Euro dafür zu investieren. Möglich wurde dies durch die Finanzierungsalternative Contracting. Bereits im Jahre 2007 wurde ein entsprechender Contracting-Vertrag mit den Stadtwerken Emden abge-schlossen. Die Laufzeit beträgt 20 Jahre. Mit der Installation eines Blockheizkraftwerkes Ende vergangenen Jahres und der regelungstechnischen Optimierung der Wärmeerzeugungsanlage wurden die Sanierungsarbeiten jetzt abgeschlossen.
Drei Dampfkessel aus den 70er Jahren versorgten das Klinikum zuvor mit der nötigen Energie. Wie der Technische Leiter des Klinikums, Timo Haus, erklärte, war der Dampfbedarf seinerzeit an Krankenhäusern sehr hoch. Und so wurde mit hohem Energieaufwand Dampf erzeugt, der unter anderem für die damalige Wäscherei, die Küche und die Sterilisation eingesetzt wurde. Mittels Wärmetauscher wurde dieser Dampf in Wärme umgewandelt, die dann im gesamten Haus ge-nutzt wurde. „Der Energiebedarf dieser Technik war allerdings sehr hoch und entsprechend teu-er“, so Haus. Außerdem ist die Technik aufgrund der hohen Temperaturen sehr verlustbehaftet. Da auch die Anlagen mittlerweile alt geworden waren, musste gehandelt werden.
Insbesondere aus Gründen der Kostenoptimierung entschied man sich für ein Contracting-Konzept. Kennzeichen dieses Modell ist es, dass die Energieversorgungsanlagen nicht mehr vom Gebäudeeigentümer gekauft und gewartet werden, sondern dies in Form eines Outsourcing von einem externen Unternehmen übernommen wird. Der Kunde bezahlt nur noch für die benötigte Nutzenergie, in diesem Fall die Wärme. Im Regelfall werden die Anlagen bei derartigen Contract-Konzepten auch durch den Energieversorger betrieben. Im Klinikum Emden werden dafür Mitar-beiter eingesetzt, die zuvor für den reibungslosen Einsatz der hauseigenen Anlagen gesorgt ha-ben und über das notwendige Know-how verfügen.
Als Vertragspartner entschied sich das Klinikum Emden für die Stadtwerke Emden (SWE), eben-so wie das Klinikum ein Tochterunternehmen der Stadt. „Mit den Stadtwerken haben wir einen kompetenten Partner an unserer Seite, der seine gesamte Erfahrung im Bereich der Wärmever-sorgung und Energieeffizienz einbringt“, so Klinikum-Geschäftsführer Ulrich Pomberg.
Etwas mehr als zwei Millionen Euro investierten die Stadtwerke nach Auskunft von SWE-Geschäftsführer Remmer Edzards in neue Wärmeenergieanlagen. Mit hohem logistischem Auf-wand wurden die Energieanlagen ausgetauscht. „Die besondere Herausforderung bestand darin, dass dies im laufenden Betrieb stattfinden musste“, erklärte Edzards. Denn im Krankenhaus müs-se die Versorgung natürlich durchgehend gewährleistet sein.
Im Klinikum stehen jetzt zwei neue Heizwasserkessel: ein Brennwertkessel mit einer Leistung von 2,5 MW (1 Megawatt = 1.000.000 Watt) sowie ein Niedertemperaturkessel mit einer Leistung von 5,2 MW. „Der größere Kessel musste vor allem im letzten Winter in der langen Kälteperiode ein-gesetzt werden“, erläuterte Thomas Brede, Abteilungsleiter Energiedienstleistungen bei den Stadtwerken. Dieser Kessel könne neben Gas auch mit Heizöl betrieben werden. Damit sei die Wärmeversorgung auch bei Problemen mit dem Gasbetrieb stets gewährleistet. Im Herbst ver-gangenen Jahres wurde zudem ein neues Blockheizkraftwerk installiert, das das Klinikum neben Wärme auch mit Strom versorgt. Dieses Kraftwerk läuft rund um die Uhr und deckt die Wärme-grundlast des Klinikums.
„Das Konzept geht auf: Durch die Erneuerung der Heizkessel kann der Erdgas-Gesamtbedarf um über 25 Prozent reduziert werden. Die CO2-Emmissionen für den Bezug von Strom und Gas re-duzieren sich um etwa 13,5 Prozent (-1055 Tonnen pro Jahr)“, freut sich Ulrich Pomberg. Die für die Umwelt so wichtige Energieeinsparung liegt nach seiner Auskunft bei mehr als vier Millionen Kilowattstunden pro Jahr – dies entspricht einem Wärmebedarf von rund 150 Einfamilienhäusern.









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