Kunst- und Ergotherapie

Kunst- und Ergotherapie

Die Kunst- und Ergotherapie ist ein Teil des therapeutischen Gruppenangebotes der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik.

Das Kernstück der Kunst- und Ergotherapie sind die Werkstätten, die sich im ersten Stock, angrenzend an die Tagesklinik, befinden. Hier werden die Patienten beim Kennenlernen und Vertiefen verschiedener Techniken durch drei Kunsttherapeuten und vier Ergotherapeuten unterstützt und begleitet. Weitere Angebote finden aber in speziellen, über die Psychiatrie verteilten Räumen statt, oder werden außerhalb der Klinik angeboten.

Therapie-Konzept und Wirkungsweisen

Die Kunst- und Ergotherapie appelliert in ihrem kunsttherapeutischen Ansatz an die noch nicht ausgebildete oder brach liegende allgemeine Schöpferkraft eines Menschen, die es ihm (im Zusammenspiel mit weiteren Therapieformen) ermöglicht, ein besseres Verständnis für sich selbst und eine Haltung zu seinen ihn begleitenden und prägenden Einflüssen zu erlangen.

Die verwendeten ausdruckszentrierten und lösungsorientierten Methoden werden in der Kunst- und Ergotherapie gekoppelt mit spezifisch ergotherapeutischen Angeboten wie Körperwahrnehmung und der Förderung lebenspraktischer Fähigkeiten. Alle Angebote ermöglichen es dem Patienten eine erweiterte Handlungskompetenz zu erlangen, und definieren sich überwiegend ressourcenorientiert.

Der Kunst- und Ergotherapie kommt als vorwiegend nonverbale Therapieform neben den gesprächsorientierten und medikamentösen Therapien somit eine wichtige, ergänzende Bedeutung zu. Der Patient bekommt die Gelegenheit, seine Persönlichkeit zu entdecken bzw. zu entwickeln, indem er (in den meisten Fällen) für ihn ungewohnte oder völlig neue Ausdrucksformen erprobt.

Die künstlerischen Materialien, die zur Verfügung stehen, kann der Patient frei wählen und sich ihnen spielerisch-gestaltend und experimentierend nähern. Die verschiedenen Medien können als Ausdrucksmittel der inneren Gefühlslandschaft genutzt oder zu etwas völlig Neuem gestaltet werden.

Es werden emotionale, geistige und soziale Fähigkeiten entwickelt. Die eigene Projektion des Patienten wird gefördert, das heißt er lernt, eigene Vorstellungen, Wünsche und Phantasien als Kriterien für den Gestaltungsprozess zuzulassen.

Die Patienten finden sich in ihrem eigenen Tun wieder, sie identifizieren sich mit dem Geschaffenen. Vielleicht erkennen sie sogar Fähigkeiten, von denen sie nie geglaubt hätten, dass sie sie noch haben oder überhaupt jemals besaßen. Auch während einer Nachbesprechung liegt der Schwerpunkt auf dem Prozess des Gestaltens und auf dessen Ergebnis. Es geht also insgesamt sowohl um die Entwicklung instrumenteller Fertigkeiten als auch um die Weiterentwicklung sozio-emotionaler Fähigkeiten.

Techniken und Angebote der Ergo- und Kunsttherapie

  •  Malerei/ Zeichnung/Ausdrucksmalerei
  • Druckgrafik
  • Plastisch-therapeutisches Gestalten mit Holz, Speckstein und Ton
  • Filmgruppe
  • Musiktherapie
  • Kochgruppe
  • Gartenprojekt
  • Betreiben einer Patienten-Cafeteria
  • Angebote zur Bewegung und Entspannung
    • Sitzgymnastik
    • Sportgruppe
    • Laufgruppe
    • Progressive Muskelentspannung
    • Entspannungsgruppe
    • Tangotanzgruppe

Das Konzept der Kunst- und Ergotherapie mit detaillierter Beschreibung der Methoden und Techniken kann hier heruntergeladen werden.