Emder Klinik für Intensivmedizin gelingt internationale Veröffentlichung von neuer Studie

Neueste Erkenntnisse zum Thema Blutvergiftung (Sepsis) in Emden erforscht / Krankheit schwer bestimmbar und oft mit Todesfolge / Medizinisches Symposium am 17. Juni in Emder Klinik

Neueste Erkenntnisse zum Thema Blutvergiftung (Sepsis) in Emden erforscht / Krankheit schwer bestimmbar und oft mit Todesfolge / Medizinisches Symposium am 17. Juni in Emder Klinik

Emder Klinikärzten ist es gelungen, eine wissenschaftliche Arbeit mit neuesten Erkenntnissen zum Thema Sepsis in der weltweit renommierten Fachzeitschrift „Critical Care“ zu veröffentlichen. „Das ist quasi wie ein Ritterschlag für die Autoren“, erklärt Dr. Klaus Kogelmann, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Klinikum Emden. Auf dem Jubiläumstreffen „10 Jahre interdisziplinäre Intensivmedizin in Emden“ am 17. Juni 2017 ist die Sepsis, die im Volksmund als Blutvergiftung bekannt ist, eines der Vortragsthemen.

Eine Sepsis entsteht, wenn die körpereigene Immunabwehr gegen eine Infektion überschießend reagiert und das eigene Gewebe soweit schädigt, dass es zu lebensbedrohlichem Organversagen kommt. Von den fast 300.000 Bundesbürgern pro Jahr, bei denen sich eine Sepsis entwickelt, sterben immer noch – trotz aller Therapie – fast 70.000 Menschen“, so Dr. Kogelmann. Das liege nicht nur daran, dass die Krankheit wie ein Chamäleon daherkommt – verschiedenste Merkmale machen sie schwer bestimmbar. Auch neue Behandlungsmethoden seien schwierig zu erforschen und zu entwickeln.

Forschung mit Blutreinigungsverfahren

In der Emder Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin beschäftigen sich die Ärzte seit langer Zeit neben der täglichen Arbeit am Patienten auch wissenschaftlich mit diesem Thema. Im Behandlungsrepertoire der Mediziner ist ein spezielles Blutreinigungsverfahren, in dem – ähnlich einer Dialyse – das Blut des Patienten in einer Spezialkartusche von Entzündungssubstanzen gereinigt wird. „Für dieses Verfahren existieren bislang keine größeren publizierten Studien in der Fachliteratur“, wie der Chefarzt erklärt.

Das konnten Dr. Kogelmann und sein Team ändern. Ganz aktuell haben die Emder Ärzte in der für die Intensivmedizin weltweit renommiertesten Fachzeitschrift „Critical Care“ eine Fallbeobachtungsstudie mit den Daten von insgesamt 26 schwerstkranken Patienten veröffentlicht. „Zu beobachten war, dass wenn der Einsatz der Behandlung früh genug erfolgte, der Kreislauf sich schneller und deutlicher verbesserte und die Überlebenswahrscheinlichkeit sich so verbesserte“, fasst Dr. Kogelmann zusammen. „Eine in dieser Fachzeitschrift akzeptierte Veröffentlichung spricht dafür, dass nach ausgiebiger Expertenprüfung eine gute und hochrangige Arbeit präsentiert wird.“

Geschrieben am 19.06.2017