Informationen zum Schlaganfall

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall (engl. Stroke) ist eine plötzlich auftretende Funktionsstörung im Gehirn, bei der Nervenzellen zu Grunde gehen.

Risikofaktoren für einen Schlaganfall

  1. Nichtveränderbare Faktoren
    • Hohes Lebensalter
    • Vererbung
  2. Veränderbare Faktoren
    • Bluthochdruck
    • Rauchen
    • Alkohol
    • Fettstoffwechselstörungen
    • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
    • Übergewicht
    • Bewegungsmangel

Die beste Möglichkeit einem Schlaganfall vorzubeugen, besteht darin, die persönlichen, veränderbaren Risikofaktoren zu erkennen und zu minimieren. Werden sie erfolgreich behandelt (z. B. Vorhofflimmern des Herzens) oder aufgegeben (z. B. Rauchen), kann sich das Risiko, einen (weiteren) Schlaganfall zu erleiden entscheidend verringern!

Wie entsteht ein Schlaganfall?

  1. Mangeldurchblutung (Ischämie), (85% der Schlaganfälle)
    Ein Blutgerinnsel wird mit dem Blutstrom vom Herzen, von der Hauptschlagader oder den Halsschlagadern in das Gehirn gespült, wo es ein Blutgefäß wie ein Korken verstopft (Embolie). Oder es bilden sich Blutgerinnsel durch Kalkablagerungen an den Gefäßwänden (Arteriosklerose), was zu einer Verengung und letztendlich zum vollständigen Verschluss des Gefäßes führen kann (Thrombose). In beiden Fällen wird der betroffene Bereich nicht mehr ausreichend mit Blut, und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die empfindlichen Nervenzellen sterben ab. Es kommt zum Hirninfarkt.
  2. Blutung (15% der Schlaganfallfälle)
    Durch Reißen oder Platzen eines Blutgefäßes im Gehirn, tritt Blut in das umliegende Hirngewebe aus, wo es zu einer direkten Schädigung der hoch empfindlichen Nervenzellen kommt. Blutungen in das Hirngewebe selbst nennt man „intrazerebrale Blutungen“ (10% der Schlaganfälle), Blutungen in die Hirnflüssigkeitsräume „Subarachnoidal-blutungen“ (2-3% der Schlaganfälle).

Unabhängig von der Entstehung des Schlaganfalls werden Nervenzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Nach kurzer Zeit sterben sie unwiederbringlich ab.
Deswegen zählt beim Schlaganfall jede Minute!

Typische Warnzeichen

  • Plötzliche Schwäche (Lähmung) von Gesicht, Arm und/oder Bein, überwiegend auf einer Körperseite
  • Plötzlich gestörtes Berührungsempfinden von Gesicht, Arm und/oder Bein, überwiegend auf einer KörperseitePlötzliche Verwirrtheit, undeutliche Sprache und/oder Verständigungsschwierigkeiten
  • Plötzlich auftretende Sehstörungen überwiegend in einem Gesichtsfeld oder Doppelbilder
  • Plötzlicher Schwindel, Gangunsicherheit, gestörter Gleichgewichtssinn und Koordinationsprobleme
  • Plötzlich einsetzende heftigste Kopfschmerzen ohne bekannte Ursache

Die Symptome eines Schlaganfalls können sehr vielschichtig sein, abhängig von den ursprünglichen Funktionen der betroffenen Gehirnbereiche. Auch wenn die Symptome nur vorübergehend sind, müssen sie als Warnzeichen ernst genommen werden.

Das richtige Vorgehen bei Verdacht auf einen Schlaganfall

Treten Symptome auf, die an einen Schlaganfall denken lassen, rufen Sie bitte sofort den Rettungsdienst!

Für die weitere Behandlung sind folgende Informationen für den Arzt hilfreich:

  • Wann trat die Symptomatik auf? Genaue Uhrzeit!
  • Welche Symptome sind aufgetreten? Genaue Beschreibung der Funktionsstörung!
  • Wie haben sich die Symptome entwickelt? Zunahme? Rückbildung? Wechselnde Ausprägung?
  • Gab es eine Bewusstseinsstörung?
  • Gab es einen Sturz?
  • Welche Medikamente nimmt der Patient ein?
  • Hat der Patient früher schon einmal einen Schlaganfall erlitten?
  • Wie lange liegt die letzte Operation zurück?

Hinterlassen Sie bitte beim Rettungsdienst eine Telefonnummer, unter der man Sie ggf. erreichen kann.