20 Jahre Schlaganfallbehandlung in Emden

Tag der offenen Tür mit Blick in die Zukunft

Seit 20 Jahren gibt es im Klinikum Emden die Schlaganfallstation. Sich selbst ein Bild machen – das ist das Motto des Tags der offenen Tür der Schlaganfallstation des Klinikums Emden am kommenden Sonnabend, 25. Mai, von 10 bis 16 Uhr im ForumKlinikum in der Klinik. An diesem Tag hat jeder die Möglichkeit, sich selbst ein Bild über die eigenen Risiken für einen Schlaganfall und über die Behandlungsmöglichkeiten zu machen. Ultraschall, Risikoscore, Geschicklichkeitsparcours oder auch Seh- und Schluckübungen stehen auf dem Programm. Der Oberarzt der Station, Dr. Michael Bauerle, gibt in seinem Vortrag um 11 Uhr einen Überblick über die Risiken eines Schlaganfalls. Darüber hinaus verkaufen Auszubildende der Klinik Kaffee, Tee und Kuchen für einen guten Zweck. 

Gleichzeitig zeichnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an diesem Tag ein Bild darüber, wie die Schlaganfallbehandlung vor 20 Jahren aussah, wie sich entwickelt hat und wie sie sich entwickeln wird. Dr. Michael Bauerle widmet sich in seinem zweiten Vortrag um 14 Uhr speziell diesem Thema.

„20 Jahre Schlaganfallbehandlung im Klinikum Emden. Das ist sicherlich Grund zur Freude, aber auch Anlass zur Sorge“, sagt Prof. Thomas Büttner, Chefarzt der Neurologie in Emden. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sei eine leistungsfähige Abteilung entstanden, die als Leuchtturm in der Region gesehen wird. „Dieser Leuchtturm verliert allerdings derzeit an Strahlwirkung und es besteht dringender Handlungsbedarf“, so der Chefarzt. Gerade der Rückblick auf die 20-jährige Geschichte zeige eindrucksvoll, wie rasant sich Medizin in dieser Zeit weiterentwickelt habe. So gab es beispielsweise bei der Eröffnung der Schlaganfallstation noch keine Thrombektomie – eine Methode zur Entfernung eines Gerinnsels aus einem Blutgefäß des Gehirns mittels Katheterverfahren –, die sich vor vier Jahren als hochwirksames Verfahren zur Behandlung schwerer Schlaganfälle durchgesetzt hat.  Inzwischen gehört diese Methode zum Standard der Schlaganfallbehandlung und rettet Menschen das Leben oder bewahrt sie vor schwerer Behinderung. „Zukünftig werden wir diese neuroradiologische Behandlungsmethode umfassend anbieten müssen, um weiterhin als zertifizierte Stroke Unit anerkannt zu werden“, erläutert Dr. Michael Bauerle die steigenden Anforderungen. Auch die Behandlung von Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten in einem Klinikum werde erforderlich, ebenso eine angegliederte Gefäß- und Neurochirurgie, um die Schlaganfallbehandlung in der Region auch für die nächsten 20 Jahre zukunftssicher aufzustellen.

 „Wir haben 20 Jahre hier am Standort in Emden erfolgreich für die Menschen in der Region gearbeitet“, freut sich Prof. Büttner. So kamen 2017 gut 20 Prozent der behandelten Schlaganfallpatienten direkt aus Emden, rund 60 Prozent aus dem Kreis Aurich und weitere 10 Prozent aus dem Kreis Leer. „Gleichzeitig ist es absolut notwendig, dass der 30. Geburtstag unserer Abteilung dann in einer Zentralklinik gefeiert werden kann, im direkten Umfeld mit den anderen in die Schlaganfall-Behandlung involvierten Fachabteilungen. Nur so können wir auch in Zukunft gewährleisten, dass unsere Patienten vom medizinischen Fortschritt profitieren.“

Geschrieben am 22.05.2019